Bächistock (2914,3 m) und das Vrenelisgärtli (2903,9 m) liegen im Kanton Glarus.
Landeskarten der Schweiz 1:25 000 Nr. 1153 Klöntal und Nr. 1173 Linthal.

Swisstopo-Landeskarten - Schweizerische Eidgenossenschaft.

Das Massiv des Glärnischs erreicht nicht einmal die Dreitausender- Grenze, ist aber gewaltig in seinen Ausmassen. Unnahbar wirkt er mit dem enormen Steilabfall des Ruchen zum Klöntaler See oder den sagenumwobenen Firnfeldern des Vrenelisgärtlis, 2400 Meter hoch über den Ufern der Linth. Das Klöntal ist eines der schönsten und historisch interessantesten Bergtäler der Schweizer Alpen.

Der Bächistock ist der höchste der drei Gipfel des Glärnischmassivs. Er ist kein Dreitausender, aber er bietet trotzdem hochalpine Zugangsrouten. Schon die Normalroute über das untere Couloir, den doch teilweise recht steilen Gletscher bis zum Gipfelaufstieg und am Schluss der Blockgrat verlangen doch einige alpine Kenntnisse.

Das Vrenelisgärtli ist das beliebteste Gipfelziel diese Massivs, mit seinem eindrücklichen Fern- und Tiefenblick. Es gibt einen relativ einfachen Anstieg hinauf, und zwar von Westen, wo der sanfte Glärnischfirn trog-artig zwischen den drei Hauptgipfeln eingebettet liegt. Die Schlüsselstelle liegt beim Abstieg vom Schwandengrat zum Verbindungsgrat des Vrenelisgärtlis, doch durch die neuerdings angebrachte Kette wurde diese Stelle entschärft.

Eine der vielen Sagen von Kaspar Freuler und Hans Thürer um das Vrenelisgärtli.
Dieser sich heute als wüstes Steingebilde auftürmende Felsklotz war ehedem das Gärtchen eines wunderschönen, keuschen Mädchens, Vreneli geheissen. Die herrlichsten Alpenblumen zierten es, die Früchte an den Bäumen waren nochmal so süss wie drunten im Tal ihrer Schwestern, und innige, stille Freude umwob das liebliche Wesen, dessen Pflege die Flur unterstellt war. Damit nun keines Frevlers Blick das holde Mädchen streifen könne, hatte der Vater, welcher als mächtiger Berggeist die Alpen ringsum beherrschte, einen Kranz steiler, unzugänglicher Felsen um das blühende Heim seiner Tochter gezogen. Diese Mauern stehen heute noch. Jeder, der auf den Glärnisch klettert, kann sie mit eigenen Augen sehen.
Ein kühner Bursch aus Glarus nun, der gelockt von der Schilderung der Gemsjäger, die das schöne Mädchen von ferne erblickt haben wollten, Tag und Nacht nicht zur Ruhe kommen konnte, machte sich eines Morgens auf, die grause Felsenburg zu erklimmen. Sie liebten sich vom ersten Blick an, und Vreneli verbarg ihn vor dem Auge des Vaters. Aber dieser witterte Unheil. Er flog zum Schein über die Berge, kehrte aber unvermutet wieder zurück und fand das Paar in zärtlichster Umschlingung. Sein untilgbarer Hass gegen das Menschengeschlecht, das ihm seine Gemsen tötete, machte ihn unerbittlich. Er schleuderte den Burschen über die hohe Wand hinab und verwandelte sein schluchzendes Töchterlein in einen grauen Felsklotz. Und nur, so erzählt die Sage, wer in Liebe dreimal den richtigen Stein küsst, kann das schlafende Kind wieder zum Leben erwecken. Tausende von Steinen liegen auf dem Gärtli, Eis und Schnee hat der zürnende Vater darüber gegossen. Wer weiss, wie lang die Geschichte schon her ist!

Tourenfotos September 2005

Unteres Aufstiegscouloir
vom Glärnischfirn

Aufstieg über den
Bächistockfirn

Bächistock
von etwa 2700 m

Bächistock vom Bächistockfirn
von etwa 2850 m

Bächistock
von etwa 2900 m

Bös Fulen
vom Bächistock

Gratroute vom Bächistock
zum Schwandergrat

Gratroute vom Bächistock
zu P.2915


Bächistock und Gratroute
von P.2915

Abstieg von P.2883
zum Schwandergrat

Schwandergrat mit einer
Kette gesichert

Vrenelisgärtli
vom Schwandergrat

Schwandergrat
vom Vrenelisgärtli

Schwandergrat
vom Vrenelisgärtli

Schwandergrat und
Glärnischfirn

Grat vom Bächistock
zum Schwandergrat

Aufstieg: Von Plätz am Ende des Klöntalersees auf markiertem Weg durch das Rossmatter Tal über Chäseren – Wärben zur Glärnischhütte (mit dem Bike bis Wärben sehr lohnend, vor allem für den Rückweg). Von der Hütte auf Wegspuren zum Glärnischfirn und bei etwa 2400m den Firn zum Couloir (östlich von Punkt 2627) überqueren. Durchs Couloir oder die Felsen daneben auf den Bächistockfirn hinauf und über diesen zum Grat. Über den Ostgrat erreicht man den Gipfel.
Der Verbindungsgrat vom Bächistock zum Schwanden-Grat kann in seiner ganzen Länge begangen werden. Nach erreichen des Schwandengrates steigt man auf den Verbindungsgrat zum Vrenelisgärtli ab. Dieser Übergang wurde infolge des Gletscher-schwundes in den letzten Jahren immer schwieriger und ist neuerdings mit einer Kette gesichert. Dem Grat folgen bis zum Gipfelaufbau, einen Absatz rechts herum umgehen und auf Wegspuren bis zum Gipfel steigen.

Abstieg: Vom Gipfel zum Schwanden-Grat, auf der rechten Seite des Glärnischfirns absteigen zur Glärnischhütte. Von dieser auf dem Wanderweg zurück zum Ausgangspunkt am Klöntalersee.

Zum Vrenelisgärtli sind es rund 2400 Höhenmeter und etwa 12 bis 13 Std. für die Rundtour.
SAC-Schwierigkeitsgrad: WS - wenig schwierig.

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