Mürtschenstöcke: Stock (2390 m), Fulen (2410 m) und Ruchen (2441 m)
liegen im Kanton Glarus.
Landeskarten der Schweiz 1:25 000 Nr. 1154 Spitzmeilen.

Swisstopo-Landeskarten - Schweizerische Eidgenossenschaft.
Von allen Gipfeln südlich des Walensees ist ausgerechnet der profilierteste, nämlich der alles überragende Mürtschenstock mit seinen drei Gipfeln Stock, Fulen und Ruchen nur dem geübten Alpinisten zugänglich. Der in Nord-Süd-Richtung langgestreckte Gebirgsstock ist auf allen Seiten von steilen Felswänden geprägt.
Das Massiv besteht aus Kalkstein, wobei der südliche Teil um den Ruchen gänzlich aus Quintnerkalk aufgebaut ist, der Mittel- und Nordteil im Oberen bereich jedoch aus Öhrlikalk besteht, auch Mergel ist hier zu finden. Das Gestein ist hier äußerst brüchig, was auch im Namen des Berges zum Ausdruck kommt: Mürtschen leitet sich von „morsch“ ab, Ruchen wird auf „Rüchi“ (Schutthalde) zurückgeführt und für Fulen wird „faul“ als Ursprung vermutet.

Das ganze Massiv bietet keine einfachen Aufstiege. Jeder, der sich für diese drei Gipfel interessiert, von Süden nach Norden Ruchen (2441 m), Fulen (2410 m) und Stock (2390 m), sollte also trittsicher, schwindelfrei und im Klettern geübt sein.
Der mittlere Gipfel, der Fulen, ist noch am leichtesten zugänglich, alle übrigen Routen sind Kletterern vorbehalten. Auf den Ruchen führt der leichteste Anstieg über die Ostflanke, wegen der Brüchigkeit des Gesteins in diesem Bereich gilt jedoch heute der Südgrat als Normalroute. Der Gipfel des Stock ist nur durch Kletterei ab dem Schwierigkeitsgrad ZS zu erreichen. Eine Portion ldealismus gehört dazu, sich in die Mürtschenstöcke zu begeben. Eindrücklich ist auch, wie steinschlägig das Gebiet ist. Unmengen von Schutt liegen an jeder etwas flacheren Stelle. Einfach wird es einem an diesem Berg also nicht gemacht, und deshalb ist er auch trotz der herausragenden Stellung in den Voralpen nie zum grossen Touristenmagneten geworden.

Tourenfotos September 2005

Stock von
Hohmatt 1859 m

Aufstieg zur
Stocklochwand

Aufstieg zur
Stocklochwand

Stocklochwand auf der Höhe des
schwarzen Bandes Querent

Viel Schutt und steinschlägig
so ist es an der Mürtschen

Fulen vom
Stock ausl

Traversierung der Westseite
vom Stock Richtung Fulen

Traversierung der Westseite
vom Stock Richtung Fulens

Aufstieg zum
Fulen

Aufstieg zum
Fulen

Plateau
des Fulen

Stock
vom Fulen

Ruchen
vom Fulen

Westscharte zwischen
Fulen und Ruchen

Südgrat des Ruchen

Südgrat des Ruchen

Lohnendste Tour ist sicher die Überschreitung der Mürtschenstöcke von Norden nach Süden oder in der Gegenrichtung.

Aufstieg: Vom Talsee dem Fussweg folgen über Unter Tros — Ober Tros nach Hohmatt (1859 m). In südlicher Richtung bis zum Grat. Zwei Felstürme auf der Südseite umgehen und so zur Stocklochwand. Von der Stocklochwand südwärts durch das Blockfeld bis unter die erste Rasenzunge, die zum Nordgrat hinauf führt. Den ersten Felsblock rechts umgehen, den nächsten überklettern. Nun über eine Grashalde in der Ostseite und durch einen 10 m hohen Riss zu den Grattürmen. Hier horizontal auf der Schwarzschnuer auf eine grosse Felsterasse westlich des Stocks queren und in eine markante Runse. Durch diese auf einen grossen Felsvorsprung (Jägernase) steigen. Nun über eine etwa 20 m hohe senkrechte Felsstufe zum Bös Band hinauf klettern. Dieses waagrechte Felsgesimse führt der senkrechten Wand entlang auf die Bös Nase und in den Nordkamin. Durch diesen, zuerst links, später rechts haltend, zum Gipfel des Stocks.
Weiter zum Fulen: Zurück zur Jägernase. Zuerst wenig ab- und dann wieder leicht aufsteigend bis zu einem Geröllband. Auf diesem in südlicher Richtung zum Kegelkönig. Zwischen diesem freistehendem Felsturm und der Felswand hindurch zu einem steilen Kamin. Durch dieses aufsteigen auf das grosse Gipfelplateau des Fulens und über das Gratwändchen leicht zum Gipfel.
Weiter zum Ruchen: Absteigen zur Scharte zwischen Fulen und Ruchen. Nun in die westseitige Schlucht absteigen. In leicht südlicher Richtung halten bis zum markanten Felskopf. Diesen auf einem schmalen Band umgehen. Nun zu einer gelben Felspartie am Anfang eines schwarzen Schieferbandes. Diesem folgen bis zum auffälligen Couloir, das sich zum markanten Gendarm im Südgrat hinaufzieht. Durchs Couloir aufsteigen und bei dessen Gabelung im oberen Teil rechts halten, unter dem erwähnten Gratturm hindurch nach links traversieren und in steiler, aber nicht besonders schwieriger Kletterei zum Südgrat unmittelbar links des Turms. Zuerst auf dem Grat, später auf die Ostseite wechselnd und zuletzt wieder über den Grat zum Gipfel.

Abstieg: Über den Südgrat nach Vorchöpf und Mürtschenfurggel (1840 m), ab hier dem Wanderweg folgen zum Ausgangspunkt zurück.

Es gibt natürlich viele weitere Möglichkeiten, die Mürtschenstöcke zu überschreiten. Die Routen sind nicht immer einfach zu finden. Diese Touren sind nur bei sicherem Wetter und guten Verhältnissen zu empfehlen.

Zum Ruchen sind es rund 2000 Höhenmeter und etwa 10 bis 11 Std. für die Rundtour.
SAC-Schwierigkeitsgrad: S = Schwierig.

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