Piz Sardona (Surenstock 3056 m), Piz Segnas (3099 m) und das Martinsloch (2642 m)
liegen in den Kantonen Glarus, St. Gallen und Graubünden.
Landeskarten der Schweiz 1:25 000 Nr. 1174 Elm.

Swisstopo-Landeskarten - Schweizerische Eidgenossenschaft.
Die Glarner Alpen erstrecken sich über ein Gebiet zwischen dem Vorderrheintal im Süden und Osten sowie dem Walensee und dem Klausenpass im Norden. Sie umfassen auch 49 benannte Dreitausender sowie zahlreiche Gletscher und auch die drei Gipfel Piz Sardona (3055 m), Piz Segnas (3098 m) und Piz Dolf (3028 m). Sie sind nicht die höchsten Glarner, aber die fehlende Höhe zum höchsten Gipfel, dem Tödi (3614 m), machen sie durch ihre landschaftliche Schönheit wett.

Der Piz Sardona und der Piz Segnas gehören zur Segnas-Vorab-Gruppe, die einen gewaltigen Wall bildet zwischen Glarnerland (Elm) und Vorderrheintal (Flims) resp. Calfeisental (Vättis). Sie bilden eine etwa drei Kilometer lange Kette, deren höchster Gipfel der Piz Segnas ist. Auf der St.Galler- und der Ostseite befinden sich, stark geschrumpft, Glatschiu di Segnas und Sardonagletscher, auf der Glarner Seite das Sernftal. Die Verbindung vom Piz Segnas zum Piz Sardona bildet der teils breite, rücken artige Nordgrat, der rasch mehr und mehr in einen welligen Schuttrücken übergeht. Die Aussicht in dieser faszinierenden Gebirgslandschaft reicht von den Ortleralpen bis zu den Walliser Alpen. Der Piz Sardona bietet dank seiner idealen Stellung gegenüber dem etwas höheren Piz Segnas die bessere Fernsicht.

Die Tschingelhörner sind eine Kette von Bergspitzen, die rauen Zacken sind kaum zu übersehen. Knapp unterhalb des Grates, der auch die Grenze zwischen den Kantonen Glarus und Graubünden bildet, liegt das Martinsloch auf etwa 2640 m. Die Entstehung dieses Lochs von etwa 18 Meter Höhe und 15 Meter Breite ist auf die Glarner Hauptüberschiebung zurückzuführen. Sie ist ein wesentlicher Teil der Tektonikarena Sardona, die seit dem Juli 2008 zum Unesco-Weltnaturerbe gehört. An wenigen Tagen in den Monaten März und September scheint die Sonne durch das Felsenloch direkt auf den Elmer Kirchturm und ist daher ein besonderes Ereignis. Aus diesem Grund wurde in den Jahren 1493 bis 1510 die Kirche genau an dieser Stelle gebaut.
Selber einmal in diesem Felsenfenster zu stehen ist für viele verlockend. Es muss hier aber festgehalten werden, dass es sich dabei um eine anspruchsvolle Route handelt. Für erfahrene und versierte Alpinisten ist sie nicht schwierig, aber sie darf auch nicht unterschätzt werden: Geröll, Schutt, Steinschlag, Schnee und Eis erschweren je nach Jahreszeit den Auf- und Abstieg zu diesem verwitterten Felsentor.

Tourenfotos Juli 2009

Couloir zum Firnplateau
aus etwa Richtung Horn

Aufstieg zur Geissegg
bei etwa 2000 m

Couloir zum Firnplateau aus etwa
Richtung Geissegg

Couloir zum
Firnplateau

Couloir zum
Firnplateau

Piz Sardona nach erreichen
des Firnplateau

Piz Segnas - Gratroute aus
Richtung Piz Sardona

Piz Segnas aus etwa
Richtung P.3013

Verbindungsgrat
Piz Segnas zum Piz Sardona

Martinsloch
vom Piz Segnas aus

südlicher Vorgipfel P.3012
vom Piz Segnas aus

Muletg da Sterls vom Sattel
vor P.3012

Piz Segnas und Sattel
aus Richtung Muletg da Sterl

Martinsloch von der
Flimser Seite

Vom Martinsloch Richtung
Muletg da Sterls

Vom Martinsloch Richtung
Wasserberg

Martinsloch Abstieg Richtung
Wasserberg

Tschingelhörner-Martinsloch
von P.1866

Aufstieg: Von Elm (960 m) auf dem markierten Wanderweg über Unter Falzüber, Alp Matt (1934 m) zu den Alphütten von Horn. Von Horn aus wird vorerst auf teils sichtbaren Wegspuren die Geissegg erreicht. Darüber bis zum Fuss der Sardonawand. Rechts halten gegen Süden in das Couloir, durch das man steil auf das Firnplateau des Piz Sardona gelangt. Je nach Altschneelage kann schon vor dem Erreichen der Sardonawand nach rechts traversiert werden. Auf dem Firnplateau im einem grossen Rechtsbogen zum Gipfel.

Weiter zum Piz Segnas: Den Wegspuren entlang, immer etwas westlich des Kamms, manchmal oberhalb, manchmal unterhalb der Firnflecken hindurch zum Surenjoch (P.2946). Von hier über den steil ansteigenden Verbindungsgrat zu P.3039. Dem nun schwach ansteigenden Grat entlang zum Piz Segnas (3098,6 m).

Abstieg: Über den Südgrat zum Sattel zwischen Piz Segnas und südlichem Vorgipfel (P.3012) absteigen. Über Schnee, Geröll und Schutt weiter nach Muletg da Sterls.

Aufstieg zum Martinsloch: Von Muletg da Sterls über die Schutthalde südlich des Martinsloch auf schwachen Wegspuren im Geröll und Schutt bis auf das Grätchen und entlang einem Band in das imposante Loch.

Abstieg nach Elm: Richtung Wasserberg, nach dem markanten Felskopf Richtung P.2399 halten zum markierten Wanderweg, der vom Pass dil Segnas nach Elm führt.

Zum Gipfel des Piz Sardona sind es rund 2100 Höhenmeter und etwa 5,5 bis 6 Std.
Zum Gipfel des Piz Segnas sind es rund 2250 Höhenmeter und etwa 7 bis 7,5 Std.
Zum Martinsloch sind es rund 2350 Höhenmeter und etwa 8,5 bis 9 Std. und etwa 11 Std. für die Rundtour.
SAC Schwierigkeitsgrad: WS = wenig schwierig.

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