Alperschällihorn (3039 m) liegt im Kanton Graubünden.
Landeskarten der Schweiz 1:25 000 Nr. 1234 Vals und Nr. 1235 Andeer.

Swisstopo-Landeskarten - Schweizerische Eidgenossenschaft.

Das Alperschällihorn liegt in den Dolomiten ähnlichen Splügener Kalkbergen. Es liegt nördlich über der Gemeinde Splügen im Rheinwald. Wie fast alle Splügener Kalkberge ist auch das Alperschällihorn von marmorisiertem Kalkstein der Trias-Zeit gebaut. Von der unsäglichen Brüchigkeit des Gesteins zeugen die gewaltigen Schutthalden um den Gipfel. Die Kalkberge gehören zu der Adulagruppe und bilden die zentrale Gebirgsmasse zwischen Vorder- und Hinterrhein des Bündner Oberlandes. Das Alperschällihorn ist nach dem Bruschghorn mit seinen 3056 m die zweithöchste Erhebung der Splügener Kalkberge. Piz Beverin, ein viel besuchter Aussichtsberg ersten Ranges – Piz Tomül – Piz Trantschun – Piz Calandri, sie alle müssen hinten anstehen.
Das Alperschällihorn bildet aber auch zusammen mit dem Wisshorn eine über zwei Kilometer lange und wuchtige Felsmauer, die sich von Osten nach Westen zieht.

In der Literatur zu diesem Gipfel werden als Erstbesteiger des Alperschällihorns der Brite William Augustus Brevoort Coolidge und sein bewährter Führer Christian Almer am 15. August 1893 genannt. Dabei kapitulierten die beiden am zunächst versuchten Westgrat wegen dessen Brüchigkeit, erreichten aber danach den Gipfel über die heutige einfachere Normalroute. Als Normalroute und einzig heute noch begangene Route gilt der Aufstieg über die Nordflanke und den Nordostgrat.
Der Ruf der Kalkberge ist nicht der Beste unter Bergsteigerinnen und Bergsteiger, allgemein gelten sie als brüchig und es ist unglaublich und beeindruckend, wie viele grosse und kleine Felsbrocken hier herumliegen. Insgesamt ist die Tour auf das Alperschällihorn technisch recht unproblematisch, aber bedingt wegen seiner Brüchigkeit dem losen Geröll und daher über die langen Schutthalden, stellt sie einige Ansprüche an die Trittsicherheit und sollte nicht unterschätzt werden.

Das Alperschällihorn ist ein wenig besuchter Berg im Gebiet der Splügener Kalkberge. Aber er bietet Aussichten in die Glarner Alpen im Norden, über die Ötztaler Alpen im Osten bis hin zu den Walliser und Berner Viertausender im Westen. Im Süden gegenüber liegt der San Bernardino mit der Passstrasse und östlich davon der Piz Tambo.

Nördlich des Alperschällihorns liegt auf 2614 Metern die Alperschällilücke. Er ist kein geschichtsträchtiger Passübergang, aber er ist eine Verbindung zwischen Sufers im Rheinwald und dem Safiental.
Alperschälli hat seinen Ursprung im lateinischen alpicella und bedeutet Älplein.

Tourenfotos Juli 2015

Höllgraben — Bodenhorn
von Piggamad P.1802

Bodenhorn von etwa
Höllgraben

Aufstieg von Höllgräben
zum Seelein P.2454

Aufstieg zur Alperschällilücke
vom Seelein P.2454

Alperschällihorn im Aufstieg
zur Alperschällilücke

Alperschällilücke und
Felsrigel

Alperschällihorn mit Felsrigel
von Alperschällilücke

Felsrigel mit Rinne vom
ersten Geröllfeld

zweites Geröllfeld
an dessen Ende links

Nordgrat vom Ende des
zweiten Geröllfeldes

Nordgrat zum
Gipfel 3039 m

Nordgrat zum
Gipfel 3039 m

Pizzas d' Anarosa oder Grauhörner
vom Alperschällihorn

Abstieg über die Geröllfelder
zur Alperschällilücke

Abstieg über die Geröllfelder
zur Alperschällilücke

Alperschällihorn von etwa
Alperschällilücke

Bodenhorn von etwa
Alperschällilücke

Safiental vom
Bodenhorn

Alperschällilücke
vom Bodenhorn

Alperschällihorn
vom Bodenhorn
Aufstieg: Vom Turrahus im hinteren Teil des Safientals auf der Alpstrasse nach Piggamad P.1802. Dem Weg links folgen über Höllgraben und am kleinen See bei P.2454 vorbei zur Alperschällilücke P.2614.
Von der Lücke (Pfadspuren) gegen Süden bis zu den Gerölfelder. Nun gegen den Felsriegel (Abbruch). Durchstieg durch eine Rinne (Steinmann) auf das Geröllplateau. An dessem Ende befindet sich wieder ein Steinmann, der das weitere Geröllfeld begrenzt. Anschliessend über dieses Geröllfeld an das obere linke Ende, wo wieder ein Steimann steht. Weiter auf einem Schuttband östlich des Grates in der Flanke, bevor man zu einer weiteren Rinne gelangt, welche rechts auf den Nordostgrat führt. Nun dem Grat mehr oder weniger folgen bis zum Gipfelsteinmann.

Abstieg: Vom Gipfel auf gleichem Weg zurück zur Alperschällilücke. Von der Lücke auf Pfadspuren zum Bodenhoern. Nach dem Abstecher auf das Bodenhorn zurück zum kleinen See bei P.2454. Weiter auf dem steilen Pfad hinunter ins hinterste Safiental zur Alpstrasse und zurück zum Turrahus.

Zum Alperschällihorn sind es rund 1400 Höhenmeter und etwa 4 bis 4,5 Std.
SAC-Schwierigkeitsgrad: T5 = Anspruchvolles Alpinwandern / WS = wenig schwierig.

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