Piz Morteratsch (3751 m) liegt im Kanton Graubünden.
Landeskarten der Schweiz 1:25 000 Nr. 1257 St. Moritz und Nr. 1277 Piz Bernina.

Swisstopo-Landeskarten - Schweizerische Eidgenossenschaft.

Die Viertausendergrenze überragt der Piz Morteratsch nicht, denn nur ein Berg in ganz Graubünden hat dieses Privileg: der Piz Bernina, der damit auch der östlichste Viertausender der Alpen ist. Der Piz Morteratsch ist der nördliche Nachbar des Piz Bernina und der wohl am leichtesten zu ersteigende der Bünder Eisriesen. Er ist seit eh und je ein viel gerühmter und viel besuchter Aussichtsberg im Zentrum der Berninagruppe: ein Aufstieg den an schönen Sommertagen zahlreiche Berg begeisterte unter die Füsse nehmen. Den Gipfel sollte man in aller Ruhe geniessen, denn kaum ein Aussichtspunkt wie dieser Gipfel lässt den Blick auf ein so grandioses und überdurchschnittliches Panorama zu: Piz Cambrena, Piz Palü, Bellavista, der berühmte Biancograt und der Piz Bernina. Der Rundblick ist heute noch durch die Gletscher geprägt, aber das Eis schmilzt beängstigend schnell.
Auf der Boval-Seite bildet der Gipfelgletscher einen mächtigen Eisbalken mit zwei gut sichtbaren Felsgraten; der linke ist der Spraunzagrat. Von der Tschiervahütte her wirkt der Piz Morteratsch weniger imposant und ausschliesslich felsig. In der Literatur zu diesem Gipfel ist die Erstbesteigung am 11. September 1858 durch Ch. G. Brugger und P. Gensler mit Karl Emmermann und Angelo Kleingutti erwähnt

Der Morteratschgletscher hat zusammen mit dem Persgletscher ein Volumen von rund 1,2 Kubikkilometern und bilden den volumenstärksten Gletscher der Ostalpen. Seit Beginn der systematischen Beobachtungen im Jahr 1878 hat der Gletscher rund 2,2 Kilometer an Länge eingebüsst, er ist heute noch rund 6,4 Kilometer lang und damit der drittlängste Gletscher der Ostalpen, nach Pasterze und Gepatschferner in den österreichischen Alpen.
Die Bovalhütte (Chamanna da Boval) ist eine Berghütte des SAC. Sie liegt auf einer Höhe von 2495 m oberhalb des Morteratschgletschers und südöstlich des Piz Boval.

Tourenfotos August 2007

Fuorcla da Boval P.3347
von der Bovalhütte

Piz Morteratsch im Aufstieg zur
Fuorcla da Boval

Schutt und Geröll prägen den Aufstieg
zur Fuorcla da Boval

Piz Morteratsch vom Felsband
das nach Süden quert

Piz Morteratsch vom Felsband
das nach Süden quert

Firnrücken und Nordgrat
vom Tschiervagletscher

Blick zur Ostflanke
mit seiner breiten Mulde

Gratroute im Aufstieg
über den Südwestgrat

Tschiervahütte und Val Roseg
vom Piz Moteratsch

Gratroute im Abstieg
über den Südwestgrat

Im Abstieg zum Firnrücken
Vadret Pers und Piz Cambrena

Fuorcla da Boval vom
Tschiervagletscher

Tschiervagletscher schwindet
beängstigend schnell

Piz Bernina von
Margun Misaun

Aufstieg: Vom Bahnhof Pontresina auf dem Wanderweg (der parallel zum Ova da Bernina verläuft) nach Morteratsch (Alpwirtschaft). Nun dem gut markierten Fussweg auf die Chüenetta folgen und weiter entlang der westlichen Randmoräne des Morteratschgletschers. Nach etwa 3,5 Std. wird die Chamanna da Boval auf 2495 m erreicht. Eine schöne Einlauftour, um am nächsten Tag den Weg zum Piz Morteratsch unter die Füsse zu nehmen.

Von der Hütte führt im unteren Teil ein guter Fussweg in Richtung Westen, später über Schutt und Geröll den Pfadspuren und Steinmännchen folgen bis vor die Felsstufen bei etwa 3000 m. Nun weiter zum Beginn eines Couloirs (grosser Steinmann). Hier über eine glatte Felsstufe (Eisenstangen) klettern und weiter dem gut mit roten Punkten markierten Pfad bis zum Felsband folgen, welcher nach Süden quert. Diesem nach bis zum Beginn der Kletterei. Über Felsstufen und Bänder in leichter, schöner Kletterei II-III den Markierungen folgen zur Bovalscharte (3347 m).

Das zackige Felsgrätchen wird auf der Tschiervaseite umgangen. Auf Vadrettin da Tschierva absteigen und über einen steilen Firnhang auf den Firnsattel bei etwa 3340 m, der an das umgangene Felsgrätchen anschliesst. Wenn später der Nordgrat steil wird über den breiten Firnrücken links in die Ostflanke abbiegen in die breite Mulde hinein, die zwischen Vorgipfel und Hauptgipfel hinaufzieht und nach Südwesten in einen steilen Anstieg auf den Gipfelgrat führt (Normalroute). Oder über den steilen Nordgrat bis an sein Ende, wo er in einen Südwestgrat übergeht, dem Grat folgen zum Vorgipfel. Über den kurzen Firngrat, zuletzt horizontal, leicht zum Gipfel.

Abstieg: Über die Normalroute zurück zur Fuorcla da Boval. Vor der Scharte links halten und in leichtem Rechtsbogen über den Tschiervagletscher bis zu dessen Ende, das sich zurzeit noch bei etwa 3100 m befindet (Achtung: versteckte Spalten). Über Geröll und sichtbare Pfadspuren, später ausgeprägter Pfad, zu einem kurzen Felsriegel (Metallleiter) absteigen. Weiter dem Pfad folgen zur Chamanna da Tschierva. Von der Hütte auf markiertem Wanderweg durch das langgezogene und landschaftlich einmalige Val Roseg zurück zum Bahnhof Pontresina.

Zum Piz Morteratsch sind es rund 1300 Höhenmeter und etwa 4 Std. von der Boval-Hütte
und etwa 10 Std. bis Pontresina.
SAC-Schwierigkeitsgrad: ZS = ziemlich schwierig. Kletterstellen II - III.

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