Gross Schärhorn (3294,5 m) liegt im Kanton Uri.
Landeskarten der Schweiz 1:25 000 Nr. 1192 Schächental und Nr. 1193 Tödi.

Swisstopo-Landeskarten - Schweizerische Eidgenossenschaft.

Was wissen schon jene erholungssuchenden Autofahrer, die jedes Wochenende über den Klausenpass fahren! Sie können nicht ahnen, dass sich hinter der vorderen Steilstufe von Tierälpligrat und Rau Stöckli ein kleines Paradies befindet. Zu diesem Paradies gehört auch das Gross Schärhorn.
Der Klausenpass (1948 m) verbindet die Kantone Uri und Glarus. Er führt von Altdorf durch das Schächental über die Passhöhe und den Urnerboden nach Linthal. Auf der Passhöhe verläuft die Grenze zwischen der Urner Gemeinde Unterschächen und dem zu Spiringen gehörenden Urnerboden. Der Kanton Glarus beginnt auf dem Urnerboden erst bei Hinter Stafel (P.1300).

Das Gross Schärhorn ist ein wuchtiger, dominanter vergletscherter Gipfel, der zwischen dem hinteren Maderanertal und dem Klausenpass aufragt. Er liegt in einer nördlich dem Tödi vorgelagerten Kette, der neben diesem Gipfel der weiter östlich liegende Clariden, der Bocktschingel und der Gemsfairenstock angehören. Westlich schliessen sich Chli und Gross Ruchen an. Das Gross Schärhorn ist der höchste Gipfel in dieser langen Gebirgskette zwischen Reuss und Linth, Maderaner- und Schächental. Nach Westen verbindet den Gipfel ein kurzer Verbindungsgrat zum wenig niedrigeren, aber ebenfalls markanten Chli Schärhorn (3234 m).
Nordseitig ist der Griessfirn in die über 800 Meter hohe Schutt- und Felsflanke eingelagert.
In jeder anderen Gebirgsgruppe wäre dieser Berg dominierend im weiten Umkreis. Doch das Schärhorn hat das Pech, in direkter Nachbarschaft zum bekanntesten Berg der Glarner Alpen zu stehen, dem Tödi. Doch bei Näherem hinsehen ist das ja eigentlich gerade das Schöne am Schärhorn, denn dort findet man noch Bergeinsamkeit
Die verschrundeten Gletscher und der steile Gipfelaufbau verleihen dem markanten Berg, dessen Gipfelfirst an eine geöffnete Schere erinnert, wirkt er hochalpin. Die Besteigung des Gross Schärhorn bleibt denn auch gut ausgerüsteten, erfahrenen Bergsteigern vorbehalten.
Die Erstbesteigung des Gross Schärhorns erfolgte 1842 durch Georg Hofmann, Jost Gysler und Peter Imholz.

Die Aussicht ist exklusiv: von den Walliser über die Berner Viertausender bis hin zu den unzähligen Bündner und Glarner Gipfeln. Die Aussicht ist derjenigen vom bekannteren Clariden vorzuziehen.

Tourenfotos Oktober 2005

Gross Schärhorn von etwa
Gämschplangen

Aufstieg zur Chämmlilücke
von etwa 2600 m

Gross Schärhornaus von
Chammlilücke

Gross Schärhorn
mit Ostgrat

Tödi vom
Gross Schärhorn

Aufstiegsroute vom
Gross Schärhorn

Ostgrat vom
Gross Schärhorn

Hüfifirn mit Claridenpass oder
Hüfipass vom Gross Schärhorn

Chammliberg und Clariden
vom Gross Schärhorn

Südgrat vom
Gross Schärhorn

Abstieg vom
Ostgrat

Chammlijoch vom
Ostgrat

Abstieg von der
Chämmlilücke

Gross Schärhorn
von etwa P.2312

Aufstieg: Vom Klausenpass über die Alpstrasse zu den Hütten von Chammli (2049 m). Nun leicht absteigend zum Griessbödemli (2013 m) und über Moränen zum Griessfirn, oder vom Chammli über Laucheren — Gämmschplanggen zum Griessfirn. Über diesen zum Gletscherhang unter der Lücke. Zuerst stark links gegen den Chammliberg halten, dann über den ersten Aufschwung zwischen den grossen Querspalten nach rechts wenden und mitten durch den Gletscher zur Lücke empor steigen. Von der Chammlilücke den untersten Abbruch des Ost-Grates nordseits umgehen und über den Firn und Schutthang, je nach Verhältnissen,zum Grat weiter unten oder erst auf der grossen Schulter. Weiter über den breiten Gratrücken und über die steilen Gipfelfelsen zum höchsten Punkt.

Abstieg: Gleich wie Aufstieg, oder nach dem Ostgratabstieg rechts halten, um das Chammlihorn (3026 m) zu umgehen. Beim tiefsten Punkt des Süd-Grates des Chäammlihorns wieder Richtung Chammlijoch (3031 m) aufsteigen. Weiter über das Iswändli und ab hier auf sichtbaren Wegspuren zurück zum Klausenpass.

Zum Gross Schärhorn sind es rund 1400 Höhenmeter und etwa 4 bis 5 Std. etwa 8 bis 9 Std. sind es für die Rundtour.
SAC-Schwierigkeitsgrad: WS = wenig schwierig.

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