Gross Spannort 3198 m liegt im Kanton Uri.
Landeskarten der Schweiz 1:25 000 Nr. 1191 Engelberg.

Swisstopo-Landeskarten - Schweizerische Eidgenossenschaft.

Neben dem bekannten Titlis bildet die Glattfirn-Umrahmung mit Schlossberg, Spannort, Zwächten und Krönten den Schwerpunkt der nördlichen Urner Alpen in der Zentralschweiz. Der Gross Spannort befindet sich auf dem Hochgebirgsrücken, der die Wasserscheide zwischen dem Tal der Engelberger Aa und der Urner Reuss bildet, und liegt eingebettet im mächtigen Gletscher des Glatt Firn im oberen Dreieck: Erstfeldertal - Engelbergertal - Meiental. Er ist auch die höchste Erhebung im Gebiet des Erstfeldertals und neben dem Krönten der am häufigsten besuchte Gipfel.
Erhaben tront der Gross Spannort mit seiner markanten Adlerspitze über dem mächtigen Gletscher das Glatt Firns. Er zeichnet sich durch seinen markant gezackten Gipfel sowie die Materialien Kalk und brauner Jura aus.
In unmittelbarer Nachbarschaft, weniger als ein Kilometer in südwestlicher Richtung, befindet sich der Chli Spannort. Knapp zwei Kilometer in nördlicher Richtung befindet sich Hinter Schloss, der Hauptgipfel des Schlossbergs.
Eine schöne, leichte Hochtour mit kurzen Kletterstellen. Die Felsen sind fest, es liegt aber oft Schutt auf den Felsen und Bändern. Im Spätsommer kann der Bergschrund problematisch sein.

1867 wurde der Gross Spannort vom seinem Joch aus erstmals erstiegen. Die britischen Alpinisten Rev. John Sowerby und dessen Landsleute Waldemar Mansell, F. E. Thomphson und Robert Spankie erreichten mit den damals bekannten Urner Bergführern Josef Maria Tresch-Exer, Ambros Zgraggen, und Karli- Breseler, den Gipfel über den leichtesten Anstieg von Süden.
Der weit schwierigere Westgipfel wurde erst 1903 durch die Engelberger Führer K. Hess und J. Kuster bezwungen. Engagiert wurden sie vom Alpinisten Dr. H. Biely vom akademischen Alpenclub Zürich.

In der Nacht zum 28. Dezember 1961 kamt es am Chli Spannort zu einem Felssturz. Mehr als eine Million Kubikmeter Gestein stürzte auf das Gelände unterhalb der Alp Stäfeli. Auf der Hanggegenseite wurde durch den Druck einige hundert Meter hoch alle Vegetation vernichtet. Der Felssturz umfasste den W-Gendarmen des Kleinen Spannorts, der auf den schwarzen, nordwärts einfallenden Opalinusschiefertonen, welche von der hellen Dolomitenbank des Trias unterlagert sind, abrutschte.

Die Rundsicht zum nahen Titlis, in die Bündener Alpen und bis zu den Walliser Alpen, hinunter ins Engelbergertal und hinüber zu Brunnistock und Uri Rotstock ist grenzenlos, und auf der anderen Seite erstrahlt der Glatt Firn. Weit hat sich der Gletscher auch hier auf das Hochplateau zwischen Krönten, Zwächten, Gross Spannort und dem Kleinen Spannort zurückgezogen.

Tourenfotos Juli 2004

Gross Schärhorn von etwa
Gämschplangen

Abendstimmung am Gross Spannort
von der Spannorthütte

Schlossberglücke von der
Spannorthütte

Gross Spannort in der Morgensonne
von der Schlossberglücke

Aufstieg über den Glattfirn
Blick zur Schlossberglücke

Aufstieg über den Glattfirn
Richtung Chli Spannort

leichte Kletterei über die Felsen
zum oberen Schneefeld

Krönten aus Richtung
Spannortjoch

Nach erreichen des Schneefeldes
erblickt man bereits den Gipfel

Schlossberg und Schlossberglücke
vom Gross Spannort

Tiefblick vom Gross Spannort
Richtung Spannorthütte

Gross Spannort


Aufstieg: Von der Talstation der Luftseilbahn Führenalp auf markiertem Bergweg zur Spannorthütte, etwa 3 Std. und etwa. 870 Höhenmeter. Von der Spannorthütte weiter über die Schlossberglücke zum Glatt Firn und Spannortjoch. Vom Joch durch ein steiles Schnee- oder Schuttcouloir (im Spätsommer kann der Bergschrund evtl. besser in den W-Felsen umgangen werden) auf die kleine Felsterrasse über dem Joch. Nun über lockere Felsen und Schnee von Süden leicht zum Gipfel.

Abstieg: gleich wie Aufstieg.

Bis zum Gipfel sind es rund 1250 Höhenmeter und etwa 7 Std.
SAC-Schwierigkeitsgrad: WS = wenig schwierig.

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