Piz Giuv (3096 m) liegt in den Kantonen Uri und Graubünden.
Landeskarten der Schweiz 1:25 000 Nr. 1212 Amsteg und Nr. 1232 Oberalppass.

Swisstopo-Landeskarten - Schweizerische Eidgenossenschaft.

Der Piz Giuv, von Einheimischen auch Schattig Wichel genannt, ist ein Berg in den Zentralschweizer Alpen. Er liegt zwischen dem Maderanertal und dem Oberalppass, knapp fünf Kilometer nördlich des Passes und etwa sieben Kilometer westlich des Reusstals auf der Grenze zwieschen den Kantonen Uri und Graubünden.
Der Oberalppass verbindet die beiden Ortschaften Sedrun in der Surselva (Kanton Graubünden) mit Andermatt im Urserental (Kanton Uri).
Die Reuss ist ein 164 Kilometer langer Fluss und entspringt im Gotthardmassiv, am Gotthardpass und am Furkapass. Gotthardreuss und Furkareuss vereinigen sich im Urserental und fliessen nach Osten. Damit ist sie nach Rhein, Aare und Rhone der viertgrösste Fluss der Schweiz.

Der Hauptkamm der Piz-Giuv-Kette zieht sich vom Chrüzlipass zur Fellilücke. Nächster nördlicher Nachbar des Piz Giuv ist der Sunnig Wichel, welcher nach Norden durch die Pörtlilücke vom Bristen (3073 m) getrennt ist. Direkt östlich liegt der Piz Nair (3059 m), von dem nach Nordosten über den Chrüzlipass ein Grat zum Oberalpstock (3328 m) zieht. Nach Südwesten verläuft ein Grat bis zur Fellilücke (2478 m). Richtung Süden zweigen drei kürzere Querkämme ab, die vier Täler, Val Strem, Val Milà, Val Giuv und Val Val voneinander trennen. Die Gipfel sind ausnahmslos Felsgipfel, der Fels ist allgemein brüchig.

Der Piz Giuv erscheint mit seinem Nachbarn, dem Roten Wichel (3085 m), von der Bündner Seite  aus einfacher als von der Urnerseite. Als Ziel reizt der Piz Giuv als anspruchsvoller Skitourengipfel vorwiegend im Winter. Im Sommer stellt die Route von der Etzlihütte eine Hochtour mit Gletscher- und Felspassagen- Ansprüche an seine Besteiger.
Natürlich ist der Bristen vom Talboden des Urnerlandes aus gesehen der dominierende Berg. Und doch ist der Piz Giuv mit seiner Höhe von 3096 m etwa 25 m höher als alle andern Nachbarberge.
Der Piz Giuv wurde 1804 von Placidus a Spescha 1804 erstiegen, der Rote Wichel 1897 durch J. Mercier und Fr. Weber.

Der Piz Giuv und seine gesamte Umgebung sind mineralogisch sehr interessant. Seit gut 200 Jahren gehen die einheimischen Kristallsucher im Val Giuv und den benachbarten Tälern auf die Suche nach Rauchquarzen und anderen Mineralien. Zu den wichtigsten Vorkommen im Bereich des Piz Giuv zählen: Rauchquarze, Milarit, Adular, Titanit, Epidot, Calcit, Amethyst, Apatit und Pyrit. Die Rauchquarze aus dem Val Giuv gehören zu den schönsten und begehrtesten weltweit. Für die Suche nach den Kristallen benötigt man eine kostenpflichtige Bewilligung.

Tourenfotos August 2004

Brichplanggenstock und Giuvstöckli
von Val Val bei etwa 2500 m

Piz Nair von
Giuvstöckli-Scharte II + IV

Rot Wichel von
von Giuvstöckli-Scharte II + IV

Oberalpstock (Piz Tgietschen)
vom Piz Giuv (Schattig Wichel)

Crispalt, Rot Wichel, Birchplanggenstock
vom Piz Giuv

Oberalpstock (Piz Tgietschen)
vom Piz Giuv (Schattig Wichel)

Abstieg über den SW-Grat
zur Gratlücke

Aufstieg von der Fuorcla da Giuv
zum Giuvstöckli

Rot Wichel und Piz Giuv
vom Giuvstöckli

Birchplanggenstock
vom Giuvstöckli

Aufstieg: Vom Oberalppass (2044 m) zum Pass Tiarms (2143 m) und weiter durchs Val Val zu P.2396 — P.2561. Nun nordostwärts zur Scharte zwischen Giuvstöckli II und IV — Fuorcla da Giuv — Nun horizontal die E-Flanken von Rot Wichel und Piz Giuv queren zum Sattel zwischen Hälsi und Giuv-E-Grat, dann weiter zum Piz Giuv (3096 m).

Abstieg: SW-Grat zur Gratlücke zwischen Rot Wichel und Piz Giuv — Gletscher da Giuv — Fuorcla da Giuv — Giuvstöckli — Birchplanggenstock — Gammertallücke — P.2561 — P.2396 und zum Oberalppass zurück.

Zum Piz Giuv sind es rund 1500 Höhenmeter und etwa 8,5 Std. für die Rundtour.
SAC-Schwierigkeitgrat WS = wenig schwierig.

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