Ofenhorn - Punta d'Arbola (3235 m) liegt im Kanton Wallis
Landeskarten der Schweiz 1:25 000 Nr. 1270 Binntal.

Swisstopo-Landeskarten - Schweizerische Eidgenossenschaft.

Das Goms ist ein Tal und Bezirk im oberen Teil des Wallis unterhalb des Rhonegletschers am Oberlauf der Rhone, die hier eigentlich noch der Rotten genannt wird, aber von den Alpinisten eher selten besucht wird. Der Bezirk umfasst die Gemeinden Bellwald, Binn, Blitzingen, Ernen, Fiesch, Fieschertal, Grafschaft, Lax, Münster-Geschinen, Niederwald, Obergoms und Reckingen-Glurigen. Abseits vom grossen Massentourismus liegt das schöne Binntal und bietet ruhige Tourenmöglichkeiten, selbst im Hochsommer, wenn auf anderen Gipfeln Hochbetrieb herrscht.
Das Binntal gehört zu den besterhaltenen Tälern des gesamten Alpenraums. 1964 stellten die Einwohner- und die Burgergemeinde den grössten Teil des Tales unter Naturschutz und legten den Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung. Der «Schutzvertrag Binntal» wurde mit Pro Natura und dem Schweizerischen Alpenclub für die Dauer von hundert Jahren abgeschlossen.
Seit mehreren Tausend Jahren siedeln Menschen im Binntal. In Frühgeschichtlicher Zeit war der Albrunpass einer der wichtigsten Passübergänge vom Wallis in die Poebene. Zahlreiche Gräberfunde aus keltischer und römischer Zeit belegen eine frühe Besiedelung des Tales. Die Binner Bevölkerung und Behörden bemühen sich seit Jahrzehnten, das wertvolle kulturelle Erbe bewusster zu machen. Dazu gehört nicht zuletzt die Landwirtschaft, ohne sie würden die Weiden aus der Landschaft verschwinden. In jahrhundertelanger Arbeit schufen und Prägten die Bergbauernfamilien die Kulturlandschaft, die von Gästen wie Einheimischen gleichermassen geschätzt wird. Der „Landschftspark Binntal“ ein Projekt für die Schaffung eines regionalen Naturparks von nationaler Bedeutung. Zusammen mit den Nachbargemeinden wollen die Binnerinnen und Binner ihr reiches natürliches und kulturelles Erbe erhalten und nachhaltig nutzen.

Das Ofenhorn (Italienisch Punta d'Arbola) ist ein 3'235 m hoher Berg der Monte-Leone-Alpen und des St.Gotthard-Massiv, einem Teil der Lepontinischen Alpen im Grenzgebiet zwischen dem Kanton Wallis, Schweiz und der Provinz Verbano-Cusio-Ossola, Italien. Mit 3552 m ist der Monte Leone der höchste Berg in derselben Kette wie das Ofenhorn. Dieses wird im Süden durch das Val Formazza begrenzt. Seine Nordostseite ist durch den Ghiacciaio del Sabbione (Hohsandgletscher) geprägt, dessen Schmelzwässer im Lago del Sabbione gestaut werden und über den Rio del Sabbione abfliessen.
Es ist auch einer der markantesten Gipfel im Binntal. Die Hochtour aufs Ofenhorn ist eine einsame, leichte, aber äusserst lohnenswerte Tour. Es bietet einen schönen Gipfelausblick, besonders Richtung Norden zu den Berner Alpen, aber auch in alle anderen Richtungen.
Wie so manch anderer Berg in den Schweizer Alpen ist auch das Ofenhorn daran, sich allmählich von einem Hochtourengipfel in einen Wanderdreitausender zu verwandeln. Der Ghiacciao d'Arbola auf der Südflanke ist bis auf einige Firnfelder im oberen Teil ganz verschwunden. Technisch schwierige Passagen gibt es daher keine zu meistern, lediglich an der Eggerscharte, auf der italienischen Seite einen steilen, rutschigen Hang.

Tourenfotos August 2012

Ofenhorn von etwa
P.1952

Ofenhorn von etwa
P.2098

Ofenhorn und Eggerscharte
von etwa P.2364

Ofenhorn und Eggerscharte
von etwa Eggerofe

Eggerscharte von etwa
P.2672

Der Ghiacciao d'Arbola ist bis auf einige
Firnfelder verschwunden

Ofenhorn-Ostgrat und Ofenjoch
vom Ghiacciao d'Arbola

Ostgrat vom Ofenjoch zum Ofenhorn
anspruchvoller

Ofenhorn von etwa
P.3191 am Ostgrat

P.3164 und Westgrat
vom Ofenhorn

Berner Alpen — Stralgrat — Blinnenhorn — Turbhorn — Hohsandhorn
vom Ofenhorn

Lago dei Sabbione vom
Ghiaccaio del Sabbione

Hohsandjoch vom
Ghiaccaio del Sabbione

Ofenhorn und Ghiaccaio del Sabbione vom
Hohsandjoch

Abstieg zu P.2578
von Hohsandjoch

Abstieg zu P.2578
vom Hohsandjoch

Abstieg zu P.2578
vom Hohsandjoch

Ofenhorn von unterhalb
P.2578

Binntal von unterhalb
P.2578

Binntal von etwa
P.2098

Aufstieg: Mit dem Mountainbike kann auch gut eine Tagestour auf das Ofenhorn unternommen werden. Das Binntaltaxi bis zum Punkt 1958 erleichtert denAufstieg ebenfalls. Von Fäld links des Baches auf der Fahrstrasse taleinwärts nach Chiestafel (P.1958). Nun dem rot-weiss-rot markierten Wanderweg Richtung Albrunpass folgen. Nach der SAC-Binntalhütte noch kurz dem markiertem Pfad Richtung Albrunpass entlang, dann nach links ins Eggerofe-Tälchen, das mit vielen Steinmännchen markiert ist in gerader Richtung zwischen den Felstrümmern hindurch, zuerst über Schroffen und dann durch Geröll hinauf zur Eggerscharte beim Ofenhorn-Südgrat (P.2864). Der Südwestgrat von der Eggerscharte zum Ofenhorn ist gemäss Hüttenwart sehr brüchig und nicht empfehlenswert .
Von der Scharte auf der italienischen Seite einen etwa 80 m langen steilen, rutschigen hang hinunter zum Ghiacciaio d'Arbola (dem Namen nach war hier früher ein Gletscher).
Nun sind mehrere Routen möglich: Über die Südflanke des Ofenhorns in einer grossen Linkskurve zuerst in Geröll, dann auf Firn und zuletzt über den Ostgrat zum Gipfel. Oder in den Pass neben der Cima Cust, von dort über den langen Ostgrat zum Gipfel. Der zweite Weg ist schwieriger, aber anspruchsvoller.

Abstieg: Gleich wie bein Aufstieg oder über den Ghiaccaio del Sabbione und das Hohsandjoch. Dazu gehts erst mal über den spaltenarmen Ghiaccaio del Sabbione in einem grossen Rechtsbogen schräg abwärts in Richtung der gegenüberliegenden Begrenzungsfelsen. Über einige Felsabsätze auf den unteren Teil des Ghiaccaio del Sabbione. Nun links den Gletscher überqueren zum Hohsandjoch (P.2901). Vom Joch über Firn (der Tälligletscher ist praktisch nicht mehr vorhanden und spaltenfrei) zum mittlerweile trockenen See (Schwemmebene bei P.2578). Den Pfadspuren folgen zu Mittelberghütte, ab der Hütte auf markiertem Wanderweg nach Chiestafel (P.1958). Zu Fuss, mit Alpentaxi oder Bike zurück nach Fäld.

Zum Ofenhorn sind es rund 1700 Höhenmeter und etwa 5 bis 6 Std. Etwa 10 bis 11 Std. für die Rundtour.
SAC-Schwierigkeitsgrad: WS — wenig schwierig.

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