Gross Kärpf (2794 m) liegt im Kanton Glarus.
Landeskarten mit Skirouten 1:50 000 Nr. 247 S Sardona.

Swisstopo-Landeskarten - Schweizerische Eidgenossenschaft.

Der Gross Kärpf wird im Winter seltener bestiegen, ist aber bei sicheren Verhältnissen ein lohnendes Tourenziel. Die grosse Masse der Skitourenfahrer begnügt sich mit dem Besuch des Chli Kärpf. Am Gipfel selbst glaubt man sich geradezu eingekreist vom Eis und Schnee der Glarner Alpen: zur einen Seite Sardona, Vorab und Hausstock, zur anderen der Tödi, ein unübersehbarer Mittelpunkt der Glarner Alpen und der Clariden sowie der beinahe-Dreitausender Glärnisch. Nur über das Sernfttal hinweg und im Einschnitt des Linthtals drängen die Voralpen ins Blickfeld.

Zwischen den Glarner Tälern der Sernft und der Linth erstreckt sich weit und sanft abgestuft das wohl älteste Wildschutzreservat Europas, " Freiberg Kärpf ". Bereits im Jahr 1548 legte der Glarner Rat den Grundstein zum heutigen Wildschutzgebiet, so dass die Tiere vor menschlicher Verfolgung geschützt sind. Der Hauptgrund für den Antrag, den damals Landammann Joachim Bäldli stellte, war das Bevölkerungswachstum und insbesondere das starke Aufkommen der Feuerwaffen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Steinbock, Hirsch, Reh, Bär und Luchs waren durch die intensive Jagd bald ausgerottet, nur das Gamswild konnte in kleinen Rudeln überleben. Im 106 Quadratkilometer grossen Wildschutzgebiet um den Kärpf das sich über den Raum Schwanden-Elm-Richetlipass-Linthal-Schwanden erstreckt, leben heute wieder Steinböcke, Gämse, Hirsche, Rehe, Birkhühner, Steinadler und viele andere Tiere in gesunden, kräftigen Populationen.

Für viele Bergsteiger sind Skitouren das schönste was der Winter zu bieten hat. Ein Aufstieg im Einklang mit sich und der Natur, in Pulver oder Firn vom Gipfel abfahren. Wer schöne Skitouren erleben will, der sollte wissen: Kaum anders lässt sich Freiheit in den Bergen intensiver erleben als die erste Spur durch glitzernden Pulverschnee zu ziehen. Doch die Freiheit ist nicht grenzenlos. Lawinengefahr, Schneelage, Wetter und Überforderung können die Möglichkeiten begrenzen. Aber auch Gesetze und Vereinbarungen zum Schutz der Natur sind Rahmenbedienungen für Skitourengeher in den Alpen, Wildtiere brauchen gerade im Winter dringend unsren Schutz, Jungwald ist oft Schutzwald und darf nicht geschädigt werden.

In der Schweiz gibt es bei der Ausweisung von Schutz und Schongebieten zwischen den einzelnen Kantonen grosse Unterschiede. Dennoch ist dem Schweizer Alpen-Club (SAC), Swisstopo und Swiss-Ski im Rahmen einer grundlegenden Überarbeitung der Landeskarten der Schweiz mit Skirouten im Massstab 1:50'000 eine einheitliche Darstellung gelungen. Seit 2006 unterscheiden alle neu bearbeiteten Kartenblätter vier Gebietskategorien: Eidgenössische Jagdbanngebiete, Schutzgebiete mit Betretungsverbot, Schutzgebiet mit Weggebot und sogenannte Vereinbarte Schongebiete. Bei Skitouren ist das Beachten dieser Regelungen ein Muss. Bei Übertretungen werden teilweise hohe Geldstrafen verlangt.

Tourenfotos Dezember 2012

Büel (P.1261) auf dem Alpsträsschen
durch den Wald von Längboden

Gross Kärpf von etwa
Ober Erbs

Gross Kärpf von etwa
Ober Erbs

Aufstieg durchs
Rotstöcktäli

Aufstieg vom Rotstocktäli
zu P.2515

Aufstieg vom Rotstocktäli
zu P.2515

Nach Tragsequenz von 3 bis 4 m
um den Felssporn herum

Nach dem Felssporn in östlicher
Richtung zum Skidepot

In östlicher Richtung
zum Skidepot

Skidepot zu Fuss durch die Südflanke
zum Gipfel

Zu Fuss durch die Südflanke
zum Gipfel

Chli Kärpf vom
Gross Kärpf

Hausstock vom
Gross Kärpf

Abfahrtsroute zur Wichlenmatt
vom Skidepot

Gross Kärpf Abfahrt
zur Wichlenmatt

Abfahrtsroute zur
Wichlenmatt

Vor dem Couloir bei P.2361
Schlüsselstelle

Nach dem Couloir bei P.2361
Schlüsselstelle

Abfahrt zur
Wichlenmatt

Gegenanstieg zum Sattel
von Wichlenmatt

Abfahrt über Fruttplanggen
vom Sattel

Abfahrtroute über die Hänge von
Fruttplanggen

Aufstieg: Vom Parkplatz Büel (P.1261) folgt man dem Alpsträsschen (Wildruhezone und Jungwald) durch den Wald bis zur Skihütte Erbs (1690 m). Ab hier geht's in mehr oder weniger aufwärts zum Hanegghüttli (Teehüttli), weiter bis zum Rotstock und unmittelbar östlich daran vorbei. Am Ende des Rotstocktäli auf etwa 2400 m quert man nach links (Westen) aufwärts, bis man nach einer ganz kurzen Tragsequenz (steiles Aufstiegsstück von 3 bis 4 m Fussaufstieg) das Chärpftor erblickt (westlich von P.2515). Weiter in nördlicher Richtung um einen Felssporn herum, dann rechts in östlicher Richtung bis zum Skidepot, welches ziemlich gerade unter dem Gipfel liegt. Zu Fuss durch die Südflanke zum Gipfel des Gross Kärpf.

Abfahrt: Gleich wie Aufstieg, oder Wichlenmatt-Fruttplanggen-Rundtour.
Über die offenen Südwesthänge fährt man zur Mulde hinab und erreicht das Couloir bei P.2361. Das Couloir ist die Schlüsselstelle und etwa 40-45° steil, ziemlich eng, läuft aber unten harmlos aus. Über schöne und breite Hänge erreicht man die Ebene bei Wichlenmatt. Nach einem kurzen Gegenanstieg erreicht man einen kleinen Sattel nordwestlich von P.2211. Von hier über die Hänge von Fruttplanggen hinunter zum Garichtibach. Mit einer Hangtraverse erreicht man die Skihütte Erbs. Von der Hütte dem Alpsträsschen folgen zurück zum Parkplatz Büel.

Zum Kärpf sind es rund 1500 Höhenmeter und etwa 4 bis 5 Std.
SAC-Schwierigkeitsgrad: S = schwierig.

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