Chüebodenhorn (3070 m) und Poncione di Manio (2925 m)
liegen in den Kantonen Tessin und Wallis.
Skitourenkarten 1:50 000 Nr. 265 S Nufenenpass.

Swisstopo-Landeskarten - Schweizerische Eidgenossenschaft.

Das Val Bedretto bietet eine Reihe reizvoller Tourenmöglichkeiten von mittelschwierigen bis zu schwierigen Skitouren. Zu diesen gehört auch das Chüebodenhorn, das Gelände dort, ist im allgemeinen steil und entsprechend lawinengefährdet, besonders nach Neuschneefällen. Denn das Bedrettotal ist eine der Regionen in der Schweiz, die meistens grössere Schneemengen erhalten. Besonders wenn sich am Alpenkamm feuchte Mittelmeerluft staut, fällt oft innert wenige Tage viel Schnee. Aber die sonnige Lage des Hanges zum Chüebodenhorn schafft wieder günstige Voraussetzungen für eine gute Verfestigung der Schneedecke.
Die Capanna Piansecco, an der Route zum Chüebodenhorn oder zum Pizzo Rotondo wurde 1995 eingeweiht. Der Neubau dieser Hütte wurde nötig, weil die alte, 300 m südwestlich gelegene Hütte wegen der grossen Lawinengefahr im Winter nicht mehr benutzt werden konnte.
Der Chüebodenhorngipfel ist bedeutend einfacher zu besteigen als sein Nachbar, der Piz Rotondo.
Ist der Gipfel erreicht, erwartet den Besucher an klaren Tagen eine atemberaubende Rundsicht, die allenfalls in Bilder, nicht jedoch in Worte zu fassen ist.

Poncione di Manio ist ein schöner und lohnender Gipfel in der westlichen Gotthardkette. Zwischen Furka-, Nufenen- und Gotthardpass breitet sich dort auf 40 Quadratkilometern eine Hochgebirgswelt im Kleinen aus. Die höchste Erhebung in dieser Kette ist der 3192 m hohe Piz Rotondo.

Das Val Bedretto wird vom Oberlauf des Flusses Ticino durchflossen und erstreckt sich vom Nufenenpass bis nach Airolo. Es ist der westliche Ausläufer des Valle Leventina. Über den Nufenenpass der mit 2478 Metern höchste innerschweizer Paß und dazu noch einer der jüngsten, gelangt man in den benachbarten Kanton Wallis. Erst seit 1969 ist die einzige direkte Verbindung zwischen dem Wallis und dem Tessin befahrbar. Sein letztes Teilstück wurde erst 1969 fertiggestellt. Der Pass ist ab All' Acqua (1614 m) im Bedrettotal bis Ulrichen (1346 m) im Goms im Winter geschlossen.
Im Val Bedretto liegt auch die gleichnamige Gemeinde Bedretto, zu welcher auch die Ortschaften Ronco Bedretto, Villa Bedretto und Ossasco zählen. Die höchstgelegene Ortschaft im Tal heisst All'Acqua und war früher der Ausgangspunkt der Wege über Nufenenpass und Passo San Giacomo.
Das Bedrettotal war jahrhundertelang durch die Vieh- und Milchwirtschaft geprägt. Wegen der hohen Lage der Dörfer waren die Erträge in der Landwirtschaft aber bescheiden. Aus diesem Grund waren die Einwohner des Tales oft gezwungen, als Saisonniers ins Ausland arbeiten zu gehen. Im 20. Jahrhundert entvölkerte sich das Tal immer mehr. Heute zählt die Gemeinde Bedretto nur noch knapp 70 Einwohner. Die Geschichten der Dörfer sind immer wieder etwa die gleichen. Bloss jedes mal doch etwas anders. Das Grösste ist immer, das überhaupt noch Menschen dort Leben.

Die beiden Gipfel Chüebodenhorn und Poncione di Manio kann man gut und ohne grossen Mehraufwand miteinander verbinden.

Tourenfotos März 2012

Capanna Piansecco und
Chüebodenhorn

Chüebodenhorn von etwa
Capanna Piansecco

Aufstieg zum
Gerenpass

Aufstieg zum
Gerenpass

Chüebodenhorn vom
Gerenpass

Aufstieg vom Gerenpass
zum Ch├╝ebodenhorn

Chüebodenhorn vom
Skidepot

Piz Rotondo vom
Chüebodenhorn

Poncione di Manio und Chüebodengletscher
vom Chüebodenhorn

Poncione di Manio von etwa
Gerenpass

Chüebodenhorn und Poncione di Cassina Baggio
von etwa etwa P.2733 am Chüebodengletscher

Poncione di Manio vom
Chüebodengletscher

Piz San Giacomo und Basadino
von Poncione di Manio P.2883

Abfahrt vom Poncione di Manio zum
tiefsten Punkt rechts von P.2744.

Abfahrt Passo di Manio
zu P.2278 (35°)

Abfahrt vom Poncione di Manio zu P.2278 und über dir langgezogene Geländeterasse
vom Passo San Giacomo

Aufstieg: Von All' Acqua (1614 m) in nordwestlicher Richtung in das steile Tal des Ri dell Acqua. In der Talsohle bis auf etwa 1850 m aufsteigen, dann nach rechts auf die Schulter, wo die Capanna Piansecco steht.
Von der Hütte in nördlicher Richtung zum grossen Trichter, um über den ersten Steilhang auf eine kleine Terrasse bei etwa 2200 m aufzusteigen. Nun in nordwestlicher Richtung auf ein zweites, aber recht ausgeprägtes Terrassenband bei etwa 2400 m. Über einen breiteren flachen, später steileren Steilhang zum Gerenpass (2691 m) hinauf.
Vom Pass rechts - nordwestlich ansteigend um einen Geländerücken herum in die Westflanke des Chüebodenhorns. Sattel mit Steinmännern bei etwa 3000 m. Hier ist auch das Skidepot, von wo man über die Westflanke ziemlich steil und zwischen den Felsen hindurch den Gipfel erreicht.

Abfahrt: Gleich wie Aufstieg bis zum Gerenpass.

Aufstieg: Vom Gerenpass südwestlich über den Chüebodengletscher. Via Passo di Manio an P.2744 vorbei zum Grat P.2883. Skidepot und nun zu Fuss dem Westgrat folgen zum Poncione di Manio. Am steilen und ausgesetztem Fussaufstieg sind Steigeisen und Pickel von Vorteil.

Abfahrt: Gleich wie Aufstieg bis zum Passo di Manio rechts von P.2744. Nun südlich über den Steilhang (35°) zu P.2278 abfahren. Hier in östlicher Richtung über die langgezogene Geländeterrasse der Alpe di Rotondo zur Capanna Piansecco. Auf der Aufstiegsroute zurück nach All' Acqua.

Zum Chüebodenhorn sind es rund 1100 Höhenmeter und etwa 4 bis 4,5 Std.
Zum Poncione di Manio sind es rund 1400 Höhenmeter und etwa 5,5 bis 6 Std.
SAC-Schwierigkeitsgrad: S = schwierig.

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